Wolfgang Schäuble zum 70. Geburtstag

"Wolfgang Schäuble: Zwei Leben" - das Buch von Hans Peter Schütz
"Wolfgang Schäuble: Zwei Leben" - das Buch von Hans Peter Schütz

Heute hat Wolfgang Schäuble seinen 70. Geburtstag! Ein Tag, ihm meinen Respekt zu erweisen, und auf das Buch „Wolfgang Schäuble – Zwei Leben“ hinzuweisen, das dieser Tage erschienen ist.

Wie oft hab ich hier schon gemosert und gemeckert, gerade über Politik oder Politiker…

Bei Wolfgang Schäuble gab es wohl noch nie Grund dafür. Zumindest kann ich mich nicht erinnern, auch wenn ich diesen Menschen schon länger beobachte, als ich hier schreibe. Es liegt auch außerhalb meiner Vorstellungen, dass es dafür einmal Grund gäbe.

Wolfgang Schäuble ist einer jener Politiker, vor denen ich allen Respekt habe. Ganz bestimmt teile ich nicht alle seine politischen Ansichten. Aber was er tut, scheint stets überlegt zu sein, Hand und Fuß zu haben. Sogar, als er sich vor ein paar Jahren selbst in die Spendenaffäre von Kohl & Co. verstrickte, hat er meinen Respekt nicht verloren. Das war doch mehr eine Ungeschicklichkeit in einem typischen System, dass es allerdings zu kritisieren gilt. Er hat selbst damit abgerechnet.

Ich weiß nicht, wie sein Leben verlaufen wäre, wäre er nicht vor noch längerer Zeit Opfer eines Anschlags geworden. Ich weiß auch nicht, wie sehr das Leben im Rollstuhl ihn und seine politische Karriere beeinflusst hat – hat anders sein lassen, als wenn es diesen Schicksalsschlag nicht gegeben hätte.

Andere meinen, sein politisches Werk bliebe unvollendet, weil er den Sprung nach „ganz oben“ nie hat machen können, also in die „Pole-Position“ z.B. als Bundeskanzler. Er selbst sagt, er würde das nicht so empfinden. Ich denke auch, Wolfgang Schäuble hat in dieser Zeit, wichtige und für ihn richtige Positionen begleitet, in denen er sehr wertvoll war.

Vielleicht wäre er das nicht in gleichem Maße gewesen, wenn alles anders gekommen wäre. Vielleicht wäre er „verbrannt“, hätte er nach Kohl in direkter Nachfolge eine Kanzlerkandidatur bekommen. Ohne, dass es an ihm gelegen hätte.

Die Leute hätten wahrscheinlich trotzdem Schröder, den Wechsel, gewählt. Und ob Wolfgang Schäuble dann noch einmal als Kanzlerkandidat angetreten wäre? Hätte er dann Innenminister und wie jetzt Finanzminister sein können? Ich denke nicht. Vermutlich hätte er in den letzten Jahren einen gutdotierten, aber politisch wenig wichtigen Posten bekommen.

Das wäre schade gewesen! Denn einen Mann wie Wolfgang Schäuble z.B. in den letzten Jahren als Finanzminister zu haben – scharfsinnig, klug, gebildet, besonnen -, ist ein Segen für dieses Land und den Euro dazu.

Alles Gute zum Geburtstag und weiter viel Kraft!

PS: Das Buch „Wolfgang Schäuble: Zwei Leben“ von Hans Peter Schütz ist endlich mal wieder eines, das es sich zu lesen lohnt.

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