Sport nicht politisieren – Wegen Timoschenko Fußball-EM schneiden?

Es darf schon wundern, dass Politiker jetzt, ein paar Wochen vor der Fußball-EM, ihr Herz für Frau Timoschenko entdecken. Warum? Der Fall ist zwar immer noch aktuell, aber das ist er schon über ein Jahr lang! Wo waren denn die Damen und Herren über 12 Monate? Die Machenschaften – so will ich sie bezeichnen – gegen Frau Timoschenko waren von Anfang an eine politische Farce, die man hätte nicht dulden dürfen, bei denen man diplomatisch hätte massiv eingreifen müssen.

Der aktuelle Gesundheitszustand forciert die Situation, deshalb ist es nun auch nicht falsch, sich zu äußern. Es ist nie zu spät, wie man so schön sagt. Besser, als nie! Auf alle Fälle.

Doch, immer, wenn sich die aktive Partei-Politik in Dinge einmischt, um die sie sich sonst nie kümmert, kommt Murks heraus. Und jetzt im Zusammenhang mit der bevorstehenden Fußball-EM eben dort Konsequenzen zu fordern, geht nun eindeutig am Ziel vorbei; trifft selten die, die man vielleicht zu treffen meint oder treffen will. Man frage mal die Sportler, die sich auf die Olympischen Spiele in Moskau und Los Angeles vorbereitet hatten.

Aber, ich habe Zweifel, dass es jenen, die jetzt ihr Gesicht in eine Kamera halten oder sich via Printmedien äußern, tatsächlich um die Demokratie in der Ukraine geht oder um die Freiheit von Frau Timoschenko. Man darf vermuten, es geht mehr um die mediale Aufmerksamkeit für die betreffende Person, denn um hehre Ziele.

Schön wäre, all jene und noch viel mehr setzten sich für rechtsstaatliche Verfahren und Methoden ein, auch im Fall Timoschenko – und hielten sich aus dem Fußball heraus…

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