Sommer und Sieben Tafeln Schokolade
24. Juli 2010 | Von Karsten Heimberger | Kategorie: Persönliches zum Tag
Die ganze Woche hab ich nach einem Aufreger gesucht, über den es sich zu schreiben lohnt und nun sind es ausgerechnet Sieben Tafeln Schokolade – was Ausweis genug dafür ist, dass nicht viel passiert zur Zeit. Doch was bitte sind Sieben Tafeln Schokolade?
Nun, Aufregung sind die eigentlich auch nicht wert – nur bin ich darauf aufmerksam geworden und dachte mir: Mein Gott, an Belanglosigkeit ist das auch kaum zu überbieten. Sieben Tafeln Schokolade heißt nämlich die neue Single unseres Schlagerfreundes Bernhard Brink, der (oder dessen Texter) sich bestimmt dachte, die Zahl 7 sei schon mal ein gutes Omen. Außerdem reimt sich das so schön und besser als jede andere Zahl.
Sieben Tafeln Schokolade müssen es nämlich sein, damit es nach “Nacht” und “Sehnsucht erwacht” – na, was? – richtig, ”acht” sein können”. Schlager-Reim-Ein-mal-Eins für Anfänger und Fortgeschrittene!
Dieses Leid muss der Protagonist ertragen, nachdem er seine Liebste mit der Freundin “nach Malle” geschickt hat und ihn nun furchtbar die Sehnsucht drückt. Es wäre fatal, wenn der Gepeinigte schon nach einer Tafel Schokolade genug hätte. Auch vier oder sechs wären irgendwie blöd… Nicht überliefert ist, ob ihn die Liebste noch will, wenn sie sonnengebräunt und partygestählt aus dem Urlaub heimkehrt und einen vollgefressenen Wüstling vorfindet, der 6 Nächste lang je 8 Tafeln Schokolade vertilgt hat. Es wird doch hoffentlich jede Nacht die Sehnsucht erwachen?
Da allerdings wäre doch schon der Ansatz für einen Herbst-Titel. Wie wird man die Pfunde wieder los, die man sich von Qual zerfressen angefuttert hat?
“Ich hab mich so für Dich gequält,
dabei hatte ich es selbst gewählt.
Ich will doch Dein Adonis sein,
für Dich stürz ich mich in jede Pein”
Oder so ähnlich. Ich hab jetzt nicht geprüft, ob das auf einen 4/4-Takt passt. Wahrscheinlich ist das Wort “gequält” auch nicht so schlager-like. Aber da kann ja ein geübter Schlagertexter noch ein wenig fummeln…
Hach… geht es uns gut, wenn uns sonst keine Sorgen drücken… (samt mir, der darüber schreibt!)
Zurück zu Sieben Tafeln Schokolade: Legt man jetzt unter die sinnsuchenden Zeilen noch einen sauberen Discofox-Rhythmus und beendet das nach sendetauglichen Knapp-unter-3-Minuten, kann kaum noch etwas schief gehen. Ach doch. Man muss den richtigen Zeitpunkt abwarten mit der Veröffentlichung, damit kein Redakteur drumrum kommt. Das ist Bernhard Brink gelungen! Und weil man den Text so schön mitsingen kann, wird uns dieser Titel wohl immer wieder mal begegnen…
Das nächste Mal gibts (hoffentlich) wieder Spannenderes, aber ich wollte Euch nicht ganz ohne Meinung lassen diese Woche.
PS: Wer sich mehr für diesen Titel interessiert, findet hier Video und mp3-Download-Möglichkeit.