Google-Streetview – was für ein unsinniges Theater
13. August 2010 | Von Karsten Heimberger | Kategorie: Persönliches zum Tag
Fast wähnte man das Abendland dem Untergang geweiht, wenn man die Diskussionen so verfolgt, die um den Google-Dienst Streetview geführt werden. Meine Güte… Was soll denn schon passieren? Wer hat da wovor Angst?
Rechtlich, denke ich, ist die Sache über kurz oder lang ohnehin nicht zu verhindern. Es gibt das s.g. Panorama-Recht, nachdem ich alles fotografieren und veröffentlichen kann, was ich von der Straße aus sehe. Also werden sich ein paar findige Juristen aufmachen und das Fahrzeug, von dem aus Google die Aufnahmen macht, als Hilfmittel deklarieren. Das wäre dann nicht erlaubt. Das wird eine Weile hin- und hergehen – und dann ist’s gut…
Abgebildete Personen müssen das auch ertragen, solange sie s.g. “Beiwerk” sind – und genau das sind sie ja, denn es werden nicht die Personen aufgenommen, sondern die Straßenzüge. Den seltenen Einzelfall, dass Mister X neugierig in die Kamera guckt und plötzlich zum Hauptmotiv wird, wird Google wahrscheinlich von allein regeln.
Wer Angst hat, dass er beim Betreten eines unseriösen Etablissements fotografiert wird, sollte es besser nicht betreten. Und wer sein Auto immer vor der Tür der heimlichen Geliebten parkt, macht auch was falsch. Da braucht es Streetview nicht.
Ach ja, die berühmten Einbrecher… Die werden sich bestimmt vor den PC setzen und mittels Streetview potentielle Beute ausspähen! Da bin ich ganz sicher…
PS: Wer Angst vor Streetview hat, sollte nicht vergessen: Handy aus! PC weg vom Internet! Keine Bilder, persönliche Dokumente etc. speichern! Nicht auf die Straße gehen – die Nachbarn könnten das sehen – oder Einbrecher, die vor der Tür lauern, dass man endlich das Haus verlässt. Außerdem passieren die meisten Unfälle im s.g. “Nahbereich” der Wohnung. Noch mehr passiert allerdings im Haushalt… Nummern-Konto mit Safe in einer Schweizer Bank sichern und dort alles einschließen, was man braucht. Alle Bankkarten abgeben. Alle Bonus-Programme löschen. Keine videoüberwachten öffentlichen Plätze betreten. Nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Keine Autobahnen benutzen.
Hoffen, dass das Flugzeug nicht über dem eigenen Haus abstürzt, der Blitz nicht einschlägt und keine Kokosnuss von der Decke fällt.