Cuba Vista – in Gedanken Che Guevara und James Last

25. April 2010 | Von | Kategorie: Musik-CD der Woche
cuba vista

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Cuba Vista: Neulich bekam ich eine CD zugeschickt, mit kubanischer Musik. Die CD in den Player zu legen, war erst einmal mehr Pflicht im Sinne von Salsango, als Lust. Gut, ich gebe gern zu, so ein wenig Neugier packt mich immer, wenn ich neue Musik in der Hand halte. Schließlich hat sich da jemand Gedanken gemacht, gibt mir sein Bild von der Welt mit auf den Weg. Dieser Mühe, habe ich ich mir vor langer Zeit vorgenommen, will ich zunächst mit der gleichen Aufmerksamkeit begegnen, die ich mir von Anderen erhoffe, wenn ich meine Gedanken in die Welt schicke.

Doch, mal wieder – wie oft schon – war ich erstaunt und positiv überrascht.

Mein (Hör-)Bild kubanischer Musik ist geprägt aus der Zeit des “Easy Listing” in den 70er Jahren, als  James-Last-Platten sich noch auf Plattentellern drehten und große Fernsehballetts die Samstagabend-Show beherrschten. Copa Cabana, Tristeza – also mehr brasilianische Samba, als Kuba. Leichtbekleidete Damen in glitzernden Kostümen – damals von mir kaum erotisch wahrgenommen, ob meines zarten Alters.

Che Guevara war schon ein paar Jahre tot und für mich nur Sinnbild der Revolución. Geschichten aus der Schweinebucht kannte ich aus der Schule und aus Büchern – die ich mir viel später noch einmal gesucht habe, um zu erfahren, wie es wirklich war, damals. Gar nicht so klar sozialistisch, wie ich einst meinte. Die Sowjets waren vor allem spendabler… Sonst hätten vielleicht auch die Amis das Rennen machen können und sich und Anderen eine Menge Ärger erspart.

Später kam noch Lagerfeuer-Guantanamera dazu; viele schöne Stunden, deren politischer Hintergrund inzwischen nicht nur aus meinem Gedächtnis fast verschwunden ist.

Zwischendurch, vor vielleicht 10 Jahren,  flackerte dieses Bild noch einmal kurz auf – allerdings im Prenzlauer Berg, mindestens 2. Hinternhof in einer trüben Bar, die eingerichtet war, wie alle damals in den 70er Jahren; mit Plastik-Möbeln, gern weiß oder orange, Kugellampen und allerlei Glitzer. Immer erst spät nachts kamen Gestalten aus dem Dunkel, durch das man musste und nicht ging, wenn man nicht wusste, dass die Welt dahinter noch nicht zu Ende war. Da waren die mit den langen Haaren von einst, Anzugträger ohne familiären Anhang, die nichts nach Hause trieb und junge Leute, deren Tag ohnehin erst mit dem Dunkelwerden begann.

Mit Salsa änderte sich dieses Bild eigentlich nicht, denn die Salsa Cubana, wie man sie hier in den Klubs hört, ist nicht so meine Sache. Die berührt mich kaum und deshalb habe ich dazu keine Bilder. Außer das von der “Bar at Buena Vista” oder von Ibrahim Ferrer oder Omara Portuondo, dass bei mir allerdings so wenig mit Salsa verbunden ist, wie mit Wim Wenders “Buena Vista Social Club“, sondern vielmehr mit schönen Konzerten, z.B. auf dem Berliner Gendarmenmarkt oder im Admiralspalast.

Bei dieser CD fing nicht nur die Musik an zu spielen, sondern auch ein Film in meinen Gedanken – was irgendwie zum Titel passt: Cuba Vista! Dabei war ich noch nie auf Kuba. Wollt Ihr ihn sehen und hören? Schaut in diesem Artikel über die CD von Cuba Vista – eigentlich “Live in Concierto” – bei mir “Fiesta bei Ernesto”!

Wenn Ihr schöne kubanische Musik haben wollt, kauft diese CD!

Keine Salsa! Rumba, der von mir geliebte Bolero, Son! Schön, hörenswert, sehr liebevoll gemacht!



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