Mit Polina Semionova im Botanischen Garten

Mit Polina Semionova und ihrem Bruder Dmitry
Mit Polina Semionova und ihrem Bruder Dmitry
Mit Polina Semionova und ihrem Bruder Dmitry

Gestern traf ich Polina Semionova im Botanischen Garten und hatte überhaupt einen schönen Tag dort. Was für eine Ehre!

Polina Semionova ist eine der besten Ballett-Tänzerinnen der Welt, tanzte fast 10 Jahre am Staatsballett Berlin und inzwischen fest in New York – ist aber immer wieder auch u.a. in Wien oder Zürich und bei anderen Gastauftritten zu sehen.

Anlass meines Besuches dort (im Botanischen Garten) war die Namengebung einer Pflanze, die seit gestern „Polina S“ heißt.

Um es nicht zu doppeln, verweise ich auf meinen Artikel in Salsango, in dem Ihr genauer nachlesen könnt, um was es ging:

Polina Semionova – Pflanze erhält Namen der bekannten Tänzerin

Und noch eine Empfehlung habe ich: Lest das Buch „Polina“!

„Onward“ Buch vom Starbucks-Mogul Howard Schultz

Onward - Buch von Starbucks-Mogul Howard Schultz
Onward - Buch von Starbucks-Mogul Howard Schultz
Onward - Buch von Starbucks-Mogul Howard Schultz

Ich muss mich bei Howard Schultz bedanken! Der Starbucks-Mogul hat mir mit seinem Buch „Onward: Wie Starbucks erfolgreich ums Überleben kämpfte, ohne seine Seele zu verlieren“ ein paar wunderbar inspirierende und wieder-die-augen-öffnende Stunden beschert.

Howard Schultz beschreibt in dem Buch tatsächlich das, was sein Untertitel verspricht! Erstaunlich offen beschreibt er erst seinen Weg zur Erkenntnis über den drohenden Niedergang, den der Veränderung und alsbald die Neu-Ausrichtung des Unternehmens.

Starbucks ist heute ein weltweit operierendes Unternehmen, das – vereinfacht dargestellt – mit einem Kaffeehaus begann, nachdem Howard Schultz auf einer Italienreise sich dazu animiert sah.

Heute kann man in fast jeder größeren Stadt dieses Planeten ins Stadtzentrum gehen – und bei Starbucks einen Kaffee oder eine Café Latte trinken, wie man das von zu hause kennt.

Gut, Kritiker mögen hier fragen: Will ich das überhaupt? Ist es nicht viel wichtiger, bei Reisen die lokalen Besonderheiten kennen zu lernen? Ja, diese Frage ist berechtigt! Aber auch kein Anlaß zur Kritik an Starbucks, will man sich nicht in die Tradition der Maschinenstürmer stellen.

Denn, das ist nicht der Ansatz und lokale Besonderheiten sollen in Starbucks-Coffee-Houses durchaus auch berücksichtigt werden – „ohne den Kern der Marke Starbucks zu verwässern“, wie Howard Schultz das ausdrückt.

Wer sich also allein daran reibt, sollte nur noch zu Fuß gehen – auch zum Einkauf bis zum nächsten Bauernhof, sich dort versichern, dass nur selbst erzeugte Samen und Jungtiere verwendet werden. Anrufen oder im Internet schauen geht nicht, denn auch hier sind wir „Sklaven“ der Internationalisierung.

Ich brauche das nicht weiter auszuführen, will aber bekennen, wie glücklich mich im Ausland der Anblick eines Starbucks-Logos schon gemacht hat, nachdem ich tagelang die örtlich übliche braune Brühe, die man dort als Kaffee bezeichnet, trinken musste.

Doch, dieses große, internationale, Thema ist gar nicht der Kern des Buches. Mehr eine Randglosse.

Im Gegenteil beschreibt der Autor, wie er ein börsennotiertes Unternehmen, das zu den größten Marken und Einzelhändlern zu zählen ist, herunterbricht bis auf die einzelne Tasse Kaffee und die, die ihn zubereiten und servieren – also auf die ursprüngliche Idee von Kaffee und Leuten und darauf, dass zuerst jedes einzelne Kaffeehaus (gut) funktionieren muss.

Das beginnt mit den eingesetzten „Rohstoffen“ oder Grund-Produkten, geht über die Fertigkeiten, Kenntnisse und Motivationen der Angestellten vor Ort und hört nicht mit der Verankerung des einzelnen Kaffeehauses in seinem sozialen Umfeld auf.

Die Liste wäre lang, wollte ich hier vollständig aufzählen, was Howard Schultz als essentiell für das Unternehmen, jeden Geschäftsbereich, jedes Kaffeehaus und jeden einzelnen Mitarbeiter ansieht.

Andererseits ist sie erstaunlich kompakt – nur eben hier in einem Artikel schwer darstellbar. Zudem ist alles im Buch beschrieben und z.B. auf der Webseite von Starbucks schon zusammengefasst. Schaut doch mal ins Unternehmensleitbild – oder in die Richtlininen für Mitarbeiter, die man dort online abrufen kann.

Ein Blick dorthin kann aber die Lektüre des Buches nicht ersetzen – nicht für die, die auf der Suche sind oder ihren Horizont erweitern mögen…

Die zuweilen recht amerikanische Art des Schreibens konnte ich dem Autoren wie dem Übersetzer nachsehen. Die stört nur, wenn man sich daran reiben will.

Salsabuch „Find the Rhythm“ endlich erschienen

Salsabuch Find the Rhythm von Alex Wilson
Salsabuch Find the Rhythm von Alex Wilson
Salsabuch Find the Rhythm von Alex Wilson

Find the Rhythm – das Salsabuch von Alex Wilson und Lee Knights ist endlich erschienen; kein Buch über das Salsatanzen, sondern ein Buch über die Salsa-Musik!

Braucht es ein Salsabuch zum Verständnis der Musik? Man sollte meinen, dass sich Musik auch ohne die Lektüre erklärender Bücher vermittelt und verständlich macht?!

Nun, da wird jede(r) Salsa-Tänzer(in) seine (ihre) eigene Antwort finden. Die Eine interessiert sich für die Musik, nach der sie allabendlich tanzt und will mehr wissen; ein Anderer möchte in deutscher Gründlichkeit gern verstehen, was eigentlich passiert – zu schillernd und flirrend ist oft das klangliche Süppchen, das da zur Salsa-Musik verkocht wird.

Besonders Männer, die beim Tanzen erst mit den eigenen Armen und Füßen unfallfrei und möglichst geschickt umgehen – und dann auch noch die führende Rolle übernehmen sollen, tun sich doch zuweilen schwer mit dieser Bündelung der Aufgaben und Verantwortungen.

Das ist keineswegs ein europäisches Phänomen, denn den „Latinos“ liegt die Musik gar nicht „im Blut“ wie man bzw. viele oft meinen. Sie tanzen mehrheitlich nur häufiger; schon ihr ganzes Leben lang. Europäern ist das spätestens mit den 68ern etwas abhanden gekommen.

Und eben jene Männer z.B. suchen nach einer Richtschnur, an der sie sich orientieren können – und verlieren sie in der Praxis mindestens genauso oft.

Frauen bewundern andere Frauen ob ihrer eleganten Bewegungen und möchten sich auch gern so begehrenswert um die Musik schlängeln können.

In beiden Fällen hilft viel üben! Und dieses Salsabuch „Find The Rhythm„, das Jedem einen interessanten und verständlichen Einblick in die Salsa-Musik aus Sicht eines Musikers gewährt. Viele praktische Übungen im Buch und auf der beigefügten Begleit-CD komplettieren den Versuch, ein Handbuch für Salsa-Tänzer zu sein.

Mehr dazu auch in meinem Artikel „Salsa-Musik – Handbuch für Salsa-Tänzer Find the Rhythm von Alex Wilson und Lee Knights

Katastrophen-Gesellschaft…

Die Katastrophengesellschaft - Buch von Ulrich Teusch

Die Katastrophen beherrschen die Gesellschaft und sie beschäftigt sich mit denen. Fast wird einem Angst, denkt man sich den theoretischen Fall, wir verfügten nicht über die Medien, die quasi jedes Unglück auf der Welt oder jeden Fehltritt bei uns selbst -inzwischen- live in unsere Wohnzimmer, auf den PC oder ins den kleinen Kasten, den man einmal Radio nannte, zaubern. Was täten wir nur? Worüber redeten wir? Wovon schrieben die Zeitungen? Was berichtete und sendete das Fernsehen? Worüber schimpften Politiker?

Einige definieren sich inzwischen ausschließlich über das Unglück irgendwo auf der Welt. So halten heute Ex-Umweltminister und allerlei andere Ex-Regierende ihr empörtes Gesichts in die Kameras und entdecken den Bürgerprotest, um z.B. aufgebracht die Abschaltung von Atomkraftwerken zu fordern (ein Sachverhalt, den ich sehr befürworte). Ja, was haben die denn in ihrer Amtszeit getan, um Himmels willen? Warum haben sie die Dinger nicht einfach abgeschaltet? Es wäre ein Segen gewesen und sie hätten mehr geschafft, als sich die Taschen vollzustopfen oder vorzubereiten, sie sich als Berater großer Wirtschaftskonzerne bald richtig voll zu tun.

Aber, Amtszeit ist nicht Wahlkampf und Wahlkampf nicht Amtszeit. Da gelten andere politische Gesetze. Es denke keiner, die grünen und blassroten Empör-linge würden das Heil über das Land bringen, wenn sie dann erst an der Macht wären. Wer das nicht glaubt, schaue auf die Unsäglichkeiten, die sie einführten und zementierten, als sie das letzte Mal das Ruder führten. Auch eine schwarz-gelbe Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken wäre ohne das entsprechende Steigbügelhalter-Gesetz von Rot-Grün nicht möglich gewesen. Aber dazu später einmal mehr…

Der deutsche Gebührenzahler könnte sich auch auf Rückzahlungen seiner öffentlich rechtlichen Zwangsabgabe freuen, wäre ein solches Verfahren vorgesehen. Es ist sicher viel billiger, den ganzen Tag und Abend Sondersendungen mit immer den gleichen verschwommenen Bildern zu zeigen, stets zu wiederholen und unendlich auszuwälzen, was in eine fernsehnachrichtenfreundliche 1:30-Meldung gepasst hätte. Aber ach, da kann kann man doch noch live im Fernsehen darüber diskutieren, was z.B. im Internet so geschrieben wird – besonders gern, wenn es sich dabei um ein das Austauschverfahren eines großen Internetunternehmens handelt. Damit die Sendung am nächsten Tag gesichert bleibt, ruft man dann gleich noch das Fernsehvolk auf, doch im Internet (besonders bei jenem Unternehmen mit dem großen F) an die Fernsehmacher zu schreiben. Pseudo-Mitmach-Fernseh-Demokratie. Ob Du da schreibst oder in China ein Sack Reis umfällt…

Zurück zu den Katastrophen: Die sind keine Ereignisse, für die man keine böse, geheime, wie auch immer geartete Macht verantwortlich machen kann. Auch die am besten organisierte Vereinigung wird wohl nicht daran Schuld sein, dass in Island Vulkane ausbrechen, die Oder entlang ihres Verlauf dramatisch über die Ufer tritt, sich in Japan Kontinentalplatten verschieben. Das alles gab es immer und hat unserer Erde nicht geschadet. Aber jetzt schadet es.

Und auch das öffentlich werden des Fehlverhaltens von Politikern oder das strafbar (oder auch nicht) gewordener Promis ist wohl in Masse kaum jedweden Geheimbünden zuzurechnen – auch wenn es manchmal der Verbündung von Menschen bedarf, Einzelfälle aufzudecken.

Die böse Macht sind wir selbst!

Damit beschäftigt sich ein Buch von Ulrich Teusch, das passender Weise „Die Katastrophengesellschaft“ heißt. Aus dem Klappentext: „Unsere sicherheitsfixierte Gesellschaft hat sich in eine Sackgasse manövriert. Die Desaster der industriellen Großtechnik reißen nicht ab. Schwere Naturkatastrophen treffen uns immer häufiger, und immer öfter hat der Mensch seine Finger im Spiel. Die ökologischen Belastungsgrenzen der Erde sind erreicht. Die Katastrophengesellschaft ist störanfällig, fragil, verwundbar. Und sie ist – im Wortsinn – einsturzgefährdet …

Zugleich haben wir es mit einer Gesellschaft der Extreme zu tun. Statt auf existenzielle Gefahren angemessen zu reagieren, laviert sie zwischen Hysterie und Beschwichtigung. Entweder tut sie zu viel oder zu wenig, oft auch gar nichts. Vor allem aber tut sie das Falsche. …

Ulrich Teusch beschreibt in diesem erhellenden und immer wieder verblüffenden Essay den Umgang, den wir uns mit „der Katastrophe“ angeeignet haben: Sie ist das Schreckliche, das wir nicht missen möchten. Und die Politik versucht, aus der Ambivalenz Kapital zu schlagen.“

Ende des Zitats, dem ich nichts hinzuzufügen habe.

Ulrich Wickert – Neues Buch Das achte Paradies und Gespräch im podcast

Ulrich Wickert - Das achte Paradies
Ulrich Wickert - Neues Buch Das achte Paradies
Ulrich Wickert - Neues Buch Das achte Paradies

Ulrich Wickert hat wieder ein neues Buch veröffentlicht – Das achte Paradies: Ein Fall für Jacques Ricou -, sein Kriminalroman Ein Richter in Paris ist im Paperback erschienen und auf hr 2 war eine bei Doppelkopf im Gespräch bei Ulrike Schneiberg. Gleich 3 Gründe, über den interessanten, weitgereisten, weltoffenen und weltgewandten Mann einen Artikel zu schreiben.

Ulrich Wickert begleitet viele von uns seit Jahren – ob als Korrespondent in den USA (die etwas Älteren), Leiter des ARD-Studios in Paris oder später als s.g. Mr. Tagesthemen, was ja wohl „Herr Tagesthemen“ heißen müsste, aber keiner sagt. Seit er dort vor ein paar Jahren den Dienst versagte, schreibt er Bücher – zumindest ist das die öffentliche Wahrnehmung von Herrn Wickert.

Da ging es schon um Moral, Ethik und Gesellschaftliches, z.B. in Der Ehrliche ist der Dumme oder Gauner muss man Gauner nennen. Außerdem schreibt er Kriminalromane.

Die spielen bei Ulrich Wickert in Frankreich und in denen gibt er neben der Krimi-Geschichte an sich ganz viel von seinen Innenansichten der französischen Gesellschaft preis. Das Ergebnis sind unterhaltsame Kriminalromane mit klar gezeichneten Charakteren und eben einem Schuss Society und Politik – im aktuellen Fall der kritische Blick auf das Frankreich des Nicolas Sarkozy samt berühmter und hübscher Neu-Gattin.

Anker und Titelheld in diesen Büchern ist immer Richter Jacques Ricou, eine Figur, in die Ulrich Wickert manches hineinschreibt, was er selbst gern ist oder wäre oder sich bei anderen wünscht oder von dem er meint, dass es gut wäre, wenn so einer so wäre. Das ist natürlich spannender und exzentrischer, als die Realität sein kann.

Auch darüber erzählt Ulrich Wickert in seinem Gespräch mit Ulrike Schneiberg, das ich Euch nur wärmstens empfehlen kann, denn dieser Mann ist etwas Besonderes, hat etwas zu sagen und tut das noch unterhaltsam und interessant.

Falls der Player bei Euch nicht direkt funktioniert, könnt Ihr den Podcast auch hier herunterladen:

http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/hr2_doppelkopf/hr2_doppelkopf_20101208.mp3

Mehr aktuelle Gespräche beim hr2 Doppelkopf findet Ihr, wenn Ihr diesem Link folgt.

Ich habe hier aber schon viele gespräche, auch von anderen interessanten Sendungen zusammengestellt. Dafür empfehle ich Euch meine Kategorie besondere Menschen (Link folgen).

Die Einsamkeit der Primzahlen – Buch und Film

Die Einsamkeit der Primzahlen - Paolo Giordano
Die Einsamkeit der Primzahlen - Paolo Giordano
Die Einsamkeit der Primzahlen - Paolo Giordano

Die Einsamkeit der Primzahlen ist ein Buch von Paolo Giordano, einem jungen italienischen Autoren, das inzwischen verfilmt wurde und im Frühjahr in unsere Kinos kommen soll. Was steckt wirklich hinter dem, was wir als äußerlich von einem anderen wahrnehmen? Das ist eine der großen Fragen, wenn wir uns einem Anderen nähern – ihn verstehen oder gar mit ihm (ihr) leben wollen. Und wie wurde er zu dem, was er (sie) heute ist?

Die Einsamkeit der Primzahlen ist ein tiefer und sehr emotionaler Roman über die unvollendete Liebe zweier Menschen, die sich so nah sind und doch für immer getrennt bleiben? Beide haben traumatische Kindheitserlebnisse mit weitreichenden Folgen für ihr weiteres Leben. Beide werden erwachsen und gehen ihren Weg  – aber mit all den nie verheilten Wunden.

Der Titel des Buches steht dabei für ein wesentliches Bild, derer es aber ganz viele im Buch gibt. Primzahlen sind einsam. Primzahlen haben keinen Freund, nur sich sich selbst. Und ihre natürlichen Verwandten sind unerreichbar – nicht weit weg und doch nicht zu fassen. 

Das Buch gibt es auch als Hörbuch – im Paperback, wie hier nebenstehend, ist es Ende 2010 erschienen. Die Hardcover-Version ist ebenfalls noch erhältlich. In Italien war es 2008 das meist verkaufte Buch.

Der Film ist hochkarätig besetzt mit italienischen Schauspielern. An der Produktion waren aber auch deutsche Firmen beteiligt, wie z.B. die Bavaria und ZDF Enterprises. Drehorte waren u.a. Turin und Jena.

Nach gesellschafts-politischen Büchern, dem zuletzt eher heiterem Buch, mal wieder eine Buch-Empfehlung für die man bereits sein muss, sich zu öffnen und sich einzulassen. Das fällt im Alltag nicht immer leicht, ist aber letztlich ein wichtiger Teil des und zum eigenen Ich.

Die Mütter-Mafia – Buch von Kerstin Gier und eigene Gedanken zum Thema

Die Mütter-Mafia - Kerstin Gier
Die Mütter-Mafia - Kerstin Gier
Die Mütter-Mafia - Kerstin Gier

Pankow ist hat sie fest im Griff: Die Mütter-Mafia! Erst kürzlich wurde gemeldet, dass die Zahl der Neugeborenen im vergangenen Jahr zugenommen hätte. Völlig gegen jeden Trend, denn die Zahl der Frauen, die laut Statistik Kinder bekommen dürfen, ist gesunken (vom Aussterben der Hiesigen wissen wir nicht erst seit Sarrazin). Pankow ist der Parade-Bezirk der neuen Familie!

Ich dachte, es sei Zeit mal wieder ein Buch zu empfehlen, bei dessen Lektüre man lachen kann. Deshalb hier der Tipp: Die Mütter-Mafia von Kerstin Gier. Und eigene Gedanken zum Thema.

Wobei ich auch gleich sagen will, dass das Buch inzwischen in x-ter Auflage erschienen ist, schon 5 Jahre auf dem Buchrücken hat – und ich meine, inzwischen auch ein paar andere Entwicklungen zu beobachten. Doch dazu später.

Läufst Du durch Pankow, besonders bei schönem Wetter, überkommt Dich zuweilen die kollektive Form des Glücklichseins. Das volle Mutter-Kind-Café – vor dessen Eingang ich schon geneigt war, eine „Parkraum-Bewirtschaftung“ für Kinderwagen anzuregen, Spielplätze – die ob des Gewusels dort an einen mediterranen Wochenmarkt erinnern, der Stadtpark – in dem Du manchmal vergeblich nach einem ruhigen Stück Grün suchst, wenn Du, so wie früher (zwar nicht mehr aus der Park-Bibliothek) ein paar Seiten eines Buches zwischen zwitschernden Vögeln und wärmenden Sonnstrahlen lesen magst, oder der ausgesucht geschickt angelegte Slalom durch die parkenden Autos am Kinder-Bauernhof. Zudem die Allianz der Kinderläden gegen den Shopping-Center-Tourismus – denn quasi jeder freie Laden hier wird mittlerweile von einem Geschäft belegt, in dem man etwas mit Kindern machen oder etwas für Kinder kaufen kann. Das ist Pankow heute.

Das Buch Die Mütter-Mafia hat mit Pankow nichts zu tun! Es nimmt eben jene Mütter auf’s Korn, die ihre Kleinen geradzu gottgleich anhimmeln, verwöhnen und verziehen – immer im besten Willen, keine  Frage – und dabei selbst zu einer eigenen sozialen Gruppe mutieren, die den fortschrittlichen Papa entweder bis zur Unkenntlichkeit assimiliert oder ihn knallhart ausgrenzt – wie die kinderlose Freundin, die sich im Glück der anderen sonnt und Teil des Systems wird (als Patentante z.B.) oder ebenso nicht wahrgenommen und ausgeschlossen wird.

Zu hause haben die Kleinen das „perfekte“ Kinderzimmer. Rosa (bei Mädchen) dominiert, Prinzessin Lilliefee ist Teil der Familie, der Kleiderschrank bzw. sein Inhalt hätte noch vor 30 Jahren eine ganze Kindergartengruppe eingekleidet. Leider wissen die so Verwöhnten kaum noch selbst etwas mit sich anzufangen. Ständig ist jemand um sie herum und passt auf, das nichts passiert und die schiere Menge der Spielzeuge macht nicht nur die Entscheidung schwer, womit man sich denn jetzt beschäftigen könne, sondern verführt auch schnell zum Griff zum nächsten Ablenkungs-Utensil, wenn z.B. mal ein Bauklotz nicht auf den anderen passt und die Suche nach dem Passenden in der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Alternativen gar zu mühevoll ist.

Die Versicherungskarte der Racker kennt Behandler, die im Mittelalter als Heiler durchs Land gezogen oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden wären (zu Unrecht natürlich) und Kinder bekommen Krankheiten, von denen eine Menschheit lang die Leute nichts wussten.

Inzwischen meine ich zu beobachten, dass sich eine Art Gegenbewegung etabliert – Familien, in denen Kinder wie selbstverständlich dazu gehören und integriert werden in den Alltag der erwachsenen Eltern, statt diesen im Übermaß zu dominieren. Eltern, die ziemlich genau wissen, was sie im und vom Leben erwarten – und trotzdem (oder gerade deshalb?) Kinder bekommen. Die Mutter hat keine Zeit unheilige Allianzen mit ihresgleichen zu schmieden, weil sie bald wieder arbeiten geht. Und Väter gehören in  einer neuen Art wieder dazu, auch ohne sich durch eine besondere Form des vermütterlichten Mannseins oder als s.g. Frauenversteher auszuzeichnen. Mann ist Mann, Frau ist Frau und Kind darf Kind sein, samt in den Dreck fallen und Knie aufschlagen.

Diesen Trend kennt das Buch von Kerstin Gier noch nicht – und dennoch ist es eine empehlenswerte, belustigende und vielleicht auch warnende Lektüre für die Kurzweil zwischendurch oder zum Guten Schluss eines Tages – nicht nur für Mütter, Väter und von denen Geplagte!

Giovanni Di Lorenzo – Wofür stehst Du? Buch, Person und interessante Gespräche

Giovanni die Lorenzo - Wofür stehst Du
Giovanni die Lorenzo - Wofür stehst Du
Giovanni die Lorenzo - Wofür stehst Du

Wofür stehst Du? Was in unserem Leben wichtig ist. Eine Suche – heißt ein neues Buch von Giovanni die Lozenzo, das mich hat neugierig werden lassen auf diesen Menschen, der freitags bei 3 nach 9, der legendären Talk-Show, sich oft durch seine gefühlvolle, leise Art vom lauten Mediengeschäft anhebt, der Chefredakteur der Zeit ist und ein besonders vertrautes Verhältnis zu Helmut Schmidt zu haben scheint, so behutsam, wie die beiden miteinander umgehen. Ein Ergebnis dieses Verhältnisses ist ja auch u.a. das Buch Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt. Das neue Buch Wonach suchst Du… hat er nun gemeinsam mit Axel Hacke herausgebracht.

Als „Gesicht“ ist mir Giovanni di Lorenzo lange bekannt als Talkshow-Gastgeber von 3 nach 9. Wenn ich ehrlich bin, war er dort für mich aber mehr der Kollege an der Seite von Amelie Fried, die immer eine besondere Art von Anziehung auf mich ausübte, weil sie so angenehm anders ist, als andere und anders als der Typ Frauen, der mich sonst anspricht – und dennoch hat sie mich mit ihrem messerscharfen Verstand und oft ebensolchen Formulierungen immer wieder beeindruckt und neugierig sein lassen auf das, was sie sonst tut.

Erst als Giovanni die Lorenzo 1999 als Chefredakteur zum Tagesspiegel ging, habe ich ihn auch als schreibenden Journalisten wahrgenommen. Dort bleib er bis 2004 und ging dann zur Zeit, wo er bis heute ist. In beiden Blättern hat er vieles verändert und sie aus dem Staub der 70er- und 80er-Jahre geholt. Das hat beeindruckt, ist das doch ein ein schwieriges, kompliziertes Unterfangen, auf das ich hier aber nicht weiter eingehen will.

Nun also dieses Buch mit dem medienuntauglichen Titel: Wofür stehst Du? Was in unserem Leben wichtig ist. Eine Suche – von Giovanni die Lorenzo und Axel Hacke

Der Titel sprengt jede Artikelüberschrift und der s.g. Teaser ist bei einigen Publikationen dann auch schon voll. Aber vielleicht ist genau das eben (auch) Giovanni die Lorenzo, der sich als Medienprofi ja der Bedeutung eines Titels und auch seiner Verwertungsmöglichkeiten bewusst ist.

Di Lorenzo ist eben nicht (nur und vordergründig) einfach, nicht plakativ, sondern hat ganz viele Facetten. Damit ist er allerdings nicht allein, sondern durchaus Spiegelbild seiner Generation – was wir ggw. überall beobachten können und beschrieben finden (siehe z.B. auch den Artikel über Harald Martenstein).

Diese Generation ist z.B. politisch nicht nur links oder konservativ. Sie ist auch nicht nur Arbeit, sondern definiert sich genauso über das, was in der „Freizeit“ gemacht wird. Und selbst Freizeit ist nicht nur solche, sondern oft auch Arbeit, eine Andere. Wie die Familie, zu der diese Generation ein besonders distanziertes Verhältnis hat – einerseits, andererseits aber eben genau diese Familie letztlich als Verantwortungs- und auch Rückzugsbereich erlebt, wie auch als Kokon, der in sich geschlossen bleibt und Kraft gibt oder Gelegenheit, sich fallen zu lassen oder sich bei Bedarf auch öffnet und (fast) jedermann willkommen heißt.

Das sind solche Fragen, mit denen sich Axel Hacke und Giovanni di Lorenzo in dem Buch Wofür stehst Du… beschäftigen und dabei auch interessante Einblicke in ihr Leben gewähren.

In der Beschäftigung mit dem Journalisten und Autoren bin ich auf 2 interessante Interviews gestoßen, die ich Euch empfehle, anzuhören. Ihaltlich ähneln sich beide Interviews, wobei das Eine mehr boulevaresk ist, das Andere etwas tiefer geht. Ich kann gar nicht sagen, man erfährt hier mehr von ihm als dort – dafür ist der Ansatz zu verschieden. Wer genug Zeit hat, sollte beide hören. Wer sich entscheiden will, nimmt das Obere für die etwas buntere Welt des Giovanni di Lozenzo und das Untere für die ruhigere.

Beide Interviews wurden im Oktober 2010 geführt, innerhalb einer Woche.

Hier das Interview bei Bayern 3 mit Moderator Thorsten Otto:

Hier das Interview bei Bayern 2 – Eins zu Eins. Der Talk – mit Moderator Achim Bogdahn:

Bei wem der Media-Player hier nicht angezeigt wird oder nicht funktioniert, der kann sich die Interviews über diesen Link auch in den eigenen Player holen oder downloaden, Reihenfolge, wie oben:

http://gffstream.vo.llnwd.net/o16/br/mir-live/bw1XsLzS/bLQH/bLOliLioMXZhiKT1/iLCpbHJG/uwQtsKFCuwJC/_2rc_U1S/_AES/_-vc571S/uLoXb69zbX06/101017_0900_Stars–Hits_Giovanni-di-Lorenzo-Journalist.mp3

http://cdn-storage.br.de/mir-live/bw1XsLzS/bLQH/bLOliLioMXZhiKT1/iLCpbHJG/uwQtsKFCuwJC/_2rc_U1S/_AES/_-kd5U1S/uLoXb69zbX06/101013_1605_Eins-zu-Eins-Der-Talk_Giovanni-di-Lorenzo-Journalist-und-Chefreda.mp3

Harald Martenstein – ein interessanter Zeit-Genosse im Interview – Buch: Gefühlte Nähe

Gefühlte Nähe - Harald Martenstein
Gefühlte Nähe - Harald Martenstein
Gefühlte Nähe - Harald Martenstein

Harald Martenstein ist Journalist, Kolumnist und inzwischen auch Buchautor (hier sein neuestes Buch Gefühlte Nähe). Seit 9 Jahren schreibt er Kolumnen u.a. in der Zeit. Und in seiner späteren Jugend oder dem jungen Erwachsensein war er, wie viele von uns, auch eher revolutionär-marxistisch geprägt – was alles zusammen u.a. den Titel dieses Artikel erklärt. Dem Bayerischen Rundfunk stand er jetzt in der von mir gemochten Talk-Reihe „Eins zu Eins“ zum Interview.

In seinen Kolumnen macht sich Harald Martenstein Gedanken über die Welt, oft auf pointierte Weise, manchmal nachdenklich oder leidenschaftlich – ganz so, wie das Leben eben spielt. So wird man ein wenig Zeuge seiner Wahrnehmung. Für dieses Schaffen wurde Harald Martenstein mehrfach ausgezeichnet und oft gelobt.

Seine politischen Ansichten haben sich gewandelt, mit der Zeit und repräsentieren heute wohl genauso einen Trend, wie damals. Ich kenne das von mir und vielen meiner Mitmenschen, mit denen ich mich austausche. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß (oder besser: Rot). Das meint auch nicht, dass Gelb und Grün die politische Farbenlehre mitbestimmen. Nein! Vielmehr schlägt man sich nicht mehr auf die eine oder die andere Seite, sondern betrachtet kritisch und findet seine eigene Wahrheit – die dann mal hier und mal dort liegt. 

Ein ganz ähnliches Phänomen beschreibt Harals Martenstein in seinem neuestem buch. nur geht es da nicht um Politik, sondern um Liebe und Beziehungen. In dem Buch begleitet er eine Frau durch die Wirrnisse ihrer Liebesbeziehungen – aus sicht der Männer. ein interessanter Ansatz!

Ich dachte, es sei mal wieder Zeit, ein solches Interview auch hier zu veröffentlichen, nachdem ich mich eine Weile damit zurück gehalten hatte. Ich habe so viele schöne (interessante) Interviews gesammelt, dass der „Stoff“ wieder eine Weile für uns hier reicht. Freut Euch darauf!

Nun will ich den Inhalt des Interviews hier nicht wiedergeben, Euch statt dessen hier noch auf den Autoren Harald Martenstein aufmerksam machen. Im Sommer hat Harald martenstein sein zweites Belletristik-Buch veröffentlicht: Gefühlte Nähe. Auch darüber erfährt man mehr im Interview.

Empfehlenswert sind u.U. auch seine Kolumnensammlungen, von denen ich hier nur eine als Tipp online stellen kann, weil der Platz begrenzt ist. Wie immer findet Ihr die anderen bücher von ihm, wenn Ihr auf einen der Links hier klickt als „ähnliche bücher“ oder Empfehlungen.

Sicher kann man angesichts des bevorstehenden Weihnachtsfestes eines der Bücher auch als Weihnachtsgeschenk nutzen und hat dabei sogar die Wahl, je nachdem, welchen Lesetyp man beschenken will.

Bei wem der Windows Media Player hier nicht funktioniert, kann auch den folgenden Link aufrufen und so seinen eigenen Player starten:

Interview des Bayerischen Rundfunks mit Harald Martenstein

Und hier der Vollständigkeit halber noch der Link zur Eins-zu-Eins-Seite vom BR:

Weihnachtsbücher für Erwachsene – Teil 2

Zimtsterne mit Zuckerguss - Weihnachtsbuch von Becky Cochrane
Zimtsterne mit Zuckerguss - Weihnachtsbuch von Becky Cochrane
Zimtsterne mit Zuckerguss - Weihnachtsbuch von Becky Cochrane

Noch mehr Weihnachtsbücher möchte ich Euch empfehlen, denn mit den Weihnachtsgeschichten Teil 1 war ich noch lange nicht fertig.

Manchmal frage ich mich, wer diese ganzen Bücher alle liest, denn selbst bei bestem Willen und als „Leseratte“ muss man eine Auswahl treffen. Weil aber dennoch so viele – auch Weihnachtsbücher – immer wieder neu veröffentlicht werden, muss man ja annehmen, dass es sich lohnt, sonst würde das ja nicht funktionieren. Auf der letzten Buchmesse in Frankfurt sollen 100.000 neue Titel vorgestellt worden sein. Enorm!

So habe ich die beiden unteren Bücher hier auch noch nicht gelesen, will sie aber dennoch mit aufnehmen, weil Ihr ja nicht zwangläufig meinen Geschmack teilen müsst oder sollt – auch wenn eine gewissen Ähnlichkeit anzunehmen ist, wenn Ihr regelmäßig hier her kommt. 

Na, egal, hier Teil 2 meiner Tipps zu Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsbüchern, diesmal ausschließlich für Erwachsene:

 Zimtsterne mit Zuckerkuss – eine Weihnachtsgeschichte von Becky Cochrane

Das Buch für den Feierabend in der Vor-Weihnachtszeit, wenn man bei Schnee, Matsch und Kälte nicht mehr vor die Tür gehen und, das muss ich einschränken, sich auf etwas Schmalz(-Gebäck) einlassen mag. Kurzweil ist garantiert in dieser modernen amerikanisch geprägten Geschichte, mit einem Schuss Humor und Augenzwinkern.

Erzählt wird die Geschichte von Keelie – und mal wieder passt nichts zum bevorstehenden Weihnachtsfest. Im Gegenteil, alles scheint für ein verpatztes Fest zu sprechen. Doch zum Glück kommt mal wieder alles ganz anders. Erst ist die beste Freundin da (mich hat noch nie jemand zu Weihnachten zu sich eingeladen außerhalb der Familie!), dann lernt die Protagonistin durch Zufall (wie auch sonst) einem charmanten jungen Mann kennen…

Wo die Engel Weihnachten feiern: Eine himmlische Geschichte – von Gaby Hauptmann

Natürlich hat Gaby Hauptmann auch ein Weihnachtsbuch. Alles andere würde enttäuschen. Auch wenn ich nicht zu den ausgesprochenen Fans von Gaby Hauptmann gehöre, hat sie mir schon manche vergnügliche Stunde bereitet – für den Urlaub oder eben hier in der Vorweihnachtszeit immer ein sicherer Tipp!

Der grundsätzliche Plott ist auch schon x Mal in dieser oder jener Form geschrieben oder verfilmt worden. Sandra kachelt kurz vor Weihnachten den wichtigsten Kerl dieser Tage um. Der ist nun in Not, nimmt Sandra in die Pflicht und mit in sein derzeit auf Hochtouren laufendes himmlisches Unternehmen. Bis Sandra schnallt, was ihr da widerfährt, vergehen einige Seiten und natürlich erlebt sie dort manches.

Das Buch gibt es auch als Hörbuch!

Maria sucht Josef: Eine weihnachtliche Liebesgeschichte von Nicole Joens

Worum geht es, wenn Maria Josef sucht? Klingeling… Richtig: Miriam ist hochschwanger und (natürlich!) in Not.

Allerdings: Ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht! Erzählt wird die Geschichte mal aus dieser, mal aus jener Sicht – und das macht das Buch zu etwas Anderem, als einer platten Weihnachts-Liebesgeschichte.

So, die nächsten Bücher werden dann gern Geschenk-Empfehlungen sein, aber keine Weihachtsbücher an sich – lediglich einen Hinweis auf Weihnachtsmusik werde ich mir noch erlauben. Aber dazu morgen mehr…